Remote Work und psychische Gesundheit

Remote Work und psychische Gesundheit

  • Januar 4, 2022
  • Autor*In: WorkMotion
Lesezeit: 7 min

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Wenn es um die Vorteile von Remote-Arbeit geht, wird oft von den vielen Vorteilen gesprochen, die dieser Ansatz mit sich bringt. Allen voran wird die verbesserte Work-Life-Balance der Mitarbeiter genannt.

Das eine Wort, das immer wieder auftaucht, ist „Flexibilität“. Mehr Flexibilität, wenn es um Kinderbetreuung und Prioritäten setzen geht, mehr Flexibilität, wenn es darum geht, deine Arbeitszeiten und dein Arbeitsumfeld so zu wählen, dass Sie am produktivsten sind.

Um jedoch von all den Vorteilen zu profitieren, die dieser Ansatz zu bieten hat, muss man dafür sorgen, dass die nötigen Rahmenbedingungen sowie ein unterstützendes Netzwerk vorhanden sind. Dies ist nicht nur notwendig, um die Produktivität zu steigern und die Prozesse in deinem Unternehmen zu verbessern, sondern auch um deine Mitarbeiter glücklich und gesund zu halten.

Es ist wichtig, dies im Hinterkopf zu behalten, denn obwohl dieser Ansatz den Lebensstandard der Menschen wirklich verbessern kann, kann er auch zum kompletten Gegenteil führen. Nicht selten führt es dazu, dass Menschen unter Einsamkeit und psychischen Erkrankungen wie Depressionen und Angstzuständen leiden.

Psychische Gesundheit in einem Remote-Work Umfeld

Unsicherheit ist etwas, mit dem viele von uns im letzten Jahr zu kämpfen hatten. Es gab viele Veränderungen in verschiedenen Bereichen unseres Lebens. Klare Informationen und Struktur ist etwas, das wir zu schätzen gelernt haben und nachdem wir uns sehnen.

Sei es, um herauszufinden, welche Änderungen die neuen Covid-19-Vorschriften wirklich mit sich bringen, oder um nach „Tipps und Tricks“ zu suchen, wie man seinen Tag während einer Pandemie besser strukturieren kann.

Es ist keine große Erkenntnis, dass der Mensch risikoscheu ist. Aus psychologischer Sicht, wird etwas umso besser bewertet, je länger man es kennt. Das gilt auch für das berufliche Umfeld.

Auch ohne Pandemie müssen sich Unternehmen verändern und weiterentwickeln, neue Prozesse implementieren und Verbesserungen vornehmen, um zu überleben. Unter normalen Umständen kann dies bei einigen deiner Mitarbeiter bereits zu Unruhe führen.

Obgleich die psychische Gesundheit sehr vielschichtig ist und definitiv nicht nur durch Arbeitsweisen, Gewohnheiten und Veränderungen am Arbeitsplatz entsteht, sollten Arbeitgeber dennoch vorsichtig und unterstützend vorgehen. Unternehmen müssen sicherstellen, dass die Übergangsphase sowie die Anpassung der neuen Verfahren niemanden hinter sich lässt.

Die Möglichkeit des Remote-Arbeiten ist eine sehr große Veränderung, die sowohl für die Mitarbeiter als auch für die Führungskräfte ein hohes Maß an Angst, Stress und Unsicherheit mit sich bringt.

Einige der psychischen Gesundheitsprobleme, die mit der Einführung der Remote-Arbeit entstanden sind, sind relativ neu, wie z. B. ein verstärktes Gefühl der Isolation und Einsamkeit.

Isolation und Einsamkeit

Die Freiheit des Remote-Arbeiten kann dir helfen, ablenkende Kollegen zu umgehen und die Pendelzeit zum Büro zu vermeiden. Das mag zwar eine Zeit lang schön klingen, kann aber Isolation und das Gefühl von Einsamkeit auslösen.

Natürlich interagieren wir mit unseren Kollegen auf Slack oder Teams und während verschiedener virtueller Meetings. Es ist jedoch „der Plausch an der Kaffeemaschine“, der fehlt. Oder die gemeinsame Mittagspause.

Fakt ist, dass es schwieriger ist, zwanglose Gespräche in einer Remote-Umgebung zu führen, was auch oft dazu beiträgt, dass Meetings länger und weniger produktiv sind. Es gibt weniger Gelegenheiten für informelle Gespräche, deswegen neigen viele Mitarbeiter dazu, länger als nötig in diesen Meetings zu bleiben.

Dies ist nicht nur zeitraubend, sondern kann auch die Müdigkeit erhöhen und die Teilnehmer fühlen sich sogar isoliert. Oft passiert dies in größeren Meetings, in denen man die einzelnen Gesichter und damit ihre Reaktionen auf das, was man sagt, nicht sehen kann.

Darüber hinaus hat die soziale Isolation und die Unfähigkeit, ihre Sorgen bei der Arbeit mit ihren Kollegen zu Teilen, auch dazu geführt, dass Einzelpersonen eine erhöhte Reizbarkeit und negative Emotionen erleben.

Ängste und Stress

Zu Beginn der Pandemie waren viele besorgt über die verminderte Produktivität, die durch das Arbeiten von zu Hause aus entstehen könnte. Was aber niemand wirklich kommen sah, war, dass dies tatsächlich zu einer erhöhten Arbeitsbelastung führen würde. Warum? Weil die Grenzen zwischen dem Privat- und dem Berufsleben schlecht definiert waren. Dies führte zu der Versuchung, dass Arbeitnehmer länger arbeiten.

Wie unterscheidet man zwischen der von Zuhause aus arbeiten und von der Arbeit aus zu „Hausen“?

Die Freiheit führt auch zu einer höheren Arbeitsbelastung, wenn es um Selbstmanagement geht, einschließlich Zeitmanagement, Priorisierung von Aufgaben. Aber auch die IT-Problemlösung hat schon oft unsere Geduld auf die Probe gestellt.

Ein weiterer Faktor, der Stress und Unruhe verstärken kann, sind Ablenkungen. Wir alle haben schon einmal während eines virtuellen Meetings gelacht, wenn wir einen Kollegen erlebt haben, der mit seinem Kind zu kämpfen hatte.

Aber diese Art von Ablenkungen, die bei der Arbeit von zu Hause aus wiederholt während des Tages auftreten können, überschwemmen unseren Körper mit Stresshormonen. Es bewirkt mehr, als nur die Konzentration zu beeinträchtigen und deine Zeit zu verschwenden.

Oftmals führt es dazu, dass sich Mitarbeiter in ihr Schlafzimmer zurückziehen, um etwas Ruhe zu haben. Aus psychologischer Sicht ist dies keine gute Idee. Arbeiten und Schlafen am selben Ort kann Schlaflosigkeit und andere Schlafstörungen verstärken, was direkt mit Stress in Zusammenhang steht.

Depressionen

Das Remote-Arbeiten kann auch Depressionen auslösen wenn du dich festgefahren fühlst oder das Gefühl hast, dass es keine Karriere-Meilensteine gibt, auf die du hinarbeiten kannst. Das Fehlen von umweltbedingten Meilensteinen, wie du es bei der Arbeit vom Büro aus hast, wie z. B. ein neues Namensschild oder ein neues schickes Eckbüro, kann dir das Gefühl geben, nicht so viel erreicht zu haben wie deine Kollegen.

Dies hängt auch mit der Schwierigkeit zusammen, in einer Remote-Umgebung richtig zu kommunizieren. Wir tauschen uns oft nur aus, um Sachinformationen zu klären, spezifische Fragen zu stellen oder an einem bestimmten Projekt zu arbeiten.

Hier ist das Klopfen auf die Schulter nicht selbstverständlich. Das ruft einen Mangel an Wertschätzung hervor, was die Demotivation und die gefühlte Sinnlosigkeit deiner Arbeit erhöhen kann.

Remote-Arbeitsrichtlinien unterstützen die psychische Gesundheit

Wie bereits in unserem vorherigen Blogbeitrag erwähnt, ist es wichtig, dass dein Unternehmen eine Remote-Arbeitsrichtlinie den Mitarbeitern an die Hand gibt damit es funktioniert.

„Die Freiheit in einem Rahmen finden“ ist nicht meine Formulierung. Es beschreibt jedoch perfekt das „Warum“ einer Remote-Arbeitsrichtlinie. Auch wenn Führungskräfte wissen, dass es wichtig ist, den Mitarbeitern Raum zu geben, ihre eigenen Ideen zu verfolgen und kluge, wertschöpfende Entscheidungen zu treffen, brauchen die Mitarbeiter auch eine Struktur, die den Weg vom Wissen zum Tun ebnet.

Mentale Gesundheit: Prävention statt Intervention

Die Implementierung von Richtlinien zur psychischen Gesundheit in einem Remote-Arbeitsumfeld kann deine Mitarbeiter dabei unterstützen, die Möglichkeiten dieses Modell optimal zu nutzen. Dies kann auf verschiedene Weise geschehen.

Natürlich kann es explizit angesprochen werden, indem Leistungen wie firmeninterne psychologische Unterstützung und Beratung angeboten werden. Aber wie sagt man gerne: Gleich getan ist viel gespart.‍

Durch die Implementierung präventiver Maßnahmen kannst du letztendlich nicht nur Ressourcen sparen, sondern auch das Problem als Ganzes vermeiden.
Dies beginnt mit der Einführung einer klaren Arbeitszeitregelung in einer Remote-Arbeitsrichtlinie. Diese ist zwingend erforderlich, um das Problem der Überarbeitung zu bewältigen und die Work-Life-Balance deiner Mitarbeiter zu verbessern.

Frau sitzt zuhause und arbeitet

Ein wichtiger Aspekt, dem besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte, sind klare Kommunikationsrichtlinien. Man muss dafür sorgen, dass der Informationsfluss in beide Richtungen erfolgt.

Es kann sinnvoll sein, feste Kommunikationskanäle einzurichten, aber auch Tools, die den Informationsaustausch erleichtern. Richtlinien, wie man produktive Meetings und gemeinsame Arbeitssitzungen durchführt, sind ebenfalls ein Beispiel.

Obwohl es auch wichtig ist, Fehler und Missverständnisse rechtzeitig und korrekt zu kommunizieren, ist es auch von Bedeutung, das „Schulterklopfen“ regelmäßig zu praktizieren. Sei es in einer wöchentlichen Betriebsversammlung, in der alle Leistungen erwähnt werden, oder einfach durch ein „Gut gemacht!“ im Messenger.

Es sollte auch nicht vergessen werden, die Erfolge des Unternehmens zu feiern, sei es eine gelungene Finanzierungsrunde oder ein Projekt, das endlich ins Leben gerufen wurde.

Diese Art von unternehmensweiten Feiern kann eine gesündere Unternehmenskultur schaffen und das Zugehörigkeitsgefühl deiner Mitarbeiter erhöhen. Auch das Sinnhaftigkeitsgefühl, was zuhause vom Schreibtisch aus gemacht wurde, kann so verstärkt werden.

Natürlich sind einige dieser Vorschläge in einer hybriden Umgebung leichter umzusetzen. Es ist jedoch wichtig, sich der Probleme und Schwierigkeiten bewusst zu sein, denen deine Mitarbeiter ausgesetzt sind. Eine Remote-Arbeitsrichtlinie bietet Orientierung und ein Hilfsnetzwerk um sie besser zu unterstützen.

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